Der Hobbit- Eine unerwartete Reise

 

 Von einem der Auszog viel Geld zu verdienen

Ich habe sie vermisst. Frodo, Sam, Aragorn, Legolas, Gimli, Gandalf, Gollum und alles was da so kreucht und fleucht in Mittelerde. Als vor 10 Jahren der König gekrönt wurde und der letzte Vorhang fiel fragte ich mich was ich in Zukunft gucken sollte!? Es wird nichts vergleichbares mehr geben.

Aber da gab es ja noch den kleinen Hobbit. Ein Kinderbuch von J.R.R.Tolkien. Die Vorfreude war groß. Und ich denke Peter Jackson hatte nach dem Riesenerfolg von „Herr der Ringe“ wieder das Dollarzeichen im Auge. Er blies dass 300 Seiten Heftchen auf 3×3 Stunden auf.

Und das ist nun dabei raus gekommen.

Der Hobbit Bilbo Beutlin erhält Besuch vom Zauberer Gandalf und dreizehn Zwergen. Diese machen sich in seiner Erdhöhle breit und futtern Bilbos Speisekammer leer. Da wird erstmal ordentlich geschlemmt bevor Bilbo erfährt das er mitkommen soll auf eine Reise von der er vielleicht nicht mehr zurückkehrt.

Es gilt den Drachen Smaug zu bezwingen. Gemeinsam mit den Zwergen unter Anführer Thorin Eichenschild macht sich die Gruppe auf den beschwerlichen Weg.

Der Hobbit ist nach dem gleichen Strickmuster gefertigt wie „Herr der Ringe“. Du erlebst keine Überraschungen und bekommst das was du erwartest. Ein kleiner unfreiwilliger Held, eine Truppe Sympathiträger, ein Haufen Orks, einen gefürchteten Bösewicht und natürlich Gollum, der noch nie so angsteinflößend war.

Ich habe den kleinen Hobbit noch nicht gelesen. Werde das Gefühl aber nicht los das Jackson hier gehörig aufgeblasen hat. Einige Kapitel kamen mir fehl am Platz und eingefügt vor. Quatschende Trolle beim grillen, blöde Steinriesen, und ein Zauberer auf einem Schlitten, gezogen von Karnickeln. Ob das alles so im Buch steht? Ich werde es prüfen.

Um bekannte Personen zu präsentieren, haben die Drehbuchautoren sogar ein paar Szenen eingebaut, die sich bei Tolkien nirgends finden. Zum Beispiel diese hier: Gandalf (Ian McKellen) bespricht sich mit dem Zauberer Saruman (Christopher Lee; Mitte) und dem Elbenanführer Elrond (Hugo Weaving; rechts).

Aber als der Zauberer Gandalf ihn im idyllischen Auenland besucht, gerät Bilbos beschauliche Welt durcheinander.

Und außerdem war der Schinken eindeutig zu lang. Nicht das ich mich zu Tode gelangweilt habe, aber die ersten zwei Stunden brauchst du schon ordentlich Sitzfleisch. Aber das sind wir ja gewohnt. Im letzte Drittel wirst du dann auch ordentlich entlohnt. Insgeheim bin ich auch froh dass ich die nächsten zwei Jahre beschäftigt bin.

Denn ich habe immer noch nicht genug. Diese atemberaubenden  Kulissen, gigantische Schlachten, die Helden im Kampf gegen die Orks. Schwindelerregende Kamerafahrten, bombastischer Soundtrack. Knalliges 3D.

Als erster Film überhaupt mit 48 statt der üblichen 24 Bilder pro Sekunde gedreht. Es soll den Hobbit eine nie da gewesene Schärfe verleihen. Ob das nun unbedingt nötig war sehe ich nicht.

Insgesamt bleibt der Hobbit aber hinter den „Gefährten“ zurück. Es fehlt die erzählerische Dichte. Für drei Stunden geschieht eindeutig zu wenig.

Trotzdem! Bitte mehr davon!

Nächstes Jahr geht es weiter.

(Fotos: New Line Cinema) 

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Eine Antwort auf Der Hobbit- Eine unerwartete Reise

  • Habe ja schon bei uns darüber geschrieben, dass diese 48 Bilder pro Sekunde eigentlich völliger Blödsinn sind. Aber vielleicht erhofft man sich mit dem „Neuen“ mehr zuschauer anzulocken, da sie ja schließlich eine Neue Technik verwenden

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