Reservoir Dogs
Wilde Hunde
Man muss ja den Boden auf dem Quentin Tarantino ging nicht unbedingt küssen. Tatsache ist das kaum jemand die Filmwelt so beeinflusst und geprägt hat wie er. Sein Erstlingswerk von 1991 machte da den Anfang. Regie, Produktion, Drehbuch, Darsteller, wo Quentin Tarantino draufsteht, ist beste Unterhaltung und ausgefeilte Dialoge und Geschichten drin. Reservoir Dogs macht da keine Ausnahme.

Eine Gruppe schwarz gekleideter Männer sitzt in einem Restaurante und debattiert über Madonnas Song „Like a Virgin“ und über den Sinn und Zweck von Trinkgeldern. Sie tragen Decknamen wie Mr. White, Mr. Orange oder Mr. Pink. Trotz der belanglosen Gespräche ist klar dass hier irgendein Verbrechen geplant wurde.
Schnitt. Zeitsprung.
Zwei von ihnen sind im Auto auf den Weg zum „Treffpunkt“. Einer angeschossen und blutend auf der Rückbank. Angekommen in einer Lagerhalle treffen nach und nach die anderen Männer ein. Jeder von ihnen mit einer neuen Geschichte.
Der Zuschauer weiß noch nicht was geschehen ist. Doch jede Geschichte bringt dich näher an die Wahrheit, und mit wem du es wirklich zu tun hast.
Reservoir Dogs ist das erste Werk von Quentin Tarantino das es in die Kinos geschafft hat. Sehr billig produziert und mit Ausnahme einiger Rückblenden in nur einer Lokation gedreht.
Typisch für Tarantinos Filme sind die Dialoge und Wortgefechte der Figuren. Ebenso wie die drastischen Gewaltszenen nahe an der Unerträglichkeit. Er treibt die Spannung wie gewohnt auf die Spitze. Umso weniger du siehst, umso mehr strapaziert der Film deine Nerven.
Und jeder Charakter perfekt besetzt. Unter anderen mit Harvey Keitel, Tim Roth, Michael Madsen und Steve Buscemi. Großes Schauspieler Kino und durch die spärlichen Drehorte fast ein Kammerspiel.
Was bei dem Diamantenraub geschehen ist wird nicht gezeigt. Du weißt nur, es ging gehörig in die Hose. Spielt auch keine Rolle. Es geht hier um Vertrauen, Verrat, und um die Gewaltbereitschaft im Extremfall. Alles endet in einem riesigen, fast übertriebenen Blutbad.
Zum Schluss lässt dich Reservoir Dogs fragend zurück.
Was wirklich geschieht zeigt Tarantino wieder nicht. Typisch. Genial.
Macht zusammen: 8 abgeschnittene Ohren. 8/10
Reservoir Dogs (1991)
Regie: Quentin Tarantino
Die Abenteuer von Tim und Struppi
Das Geheimnis der Einhorn
Der Belgier Herge` schrieb und zeichnete eine der bekanntesten und bedeutendsten europäischen Comicserien. Die humoristischen Abenteuergeschichten entstanden zwischen 1929 und 1983. Insgesamt entstanden 24 Comic Alben.
Man könnte annehmen dass die Geschichten um Tim und Struppi als Inspirationsquelle für Regisseur Steven Spielberg und seine Indiana Jones Reihe dienten. Doch zu dieser Zeit kannte er Tim und Struppi nicht.
Nach den Tod von Herge` erhielt Spielberg 1983 die Filmrechte. So lange hat es jetzt gedauert. Und das ist dabei raus gekommen.
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Der junge Reporter Tim findet auf einem Flohmarkt das Schiffsmodell der „Einhorn“. Kaum hat er es erworben, haben verschiedene dubiose Gestallten ein großes Interesse an seiner Errungenschaft.
Kaum Zuhause kracht das Ding vom Schrank und ein Metallröhrchen aus einem Segelmast rollt unbemerkt unter die Fußleiste. Kurz darauf wird bei Tim eingebrochen und die „Einhorn“ gestohlen. Als Tim das Metallröhrchen findet, entdeckt er darin ein kleines Pergament mit rätselhaften Zeichen darauf.
Tim und Struppi machen sich auf den Weg das Rätsel zu lösen.
Steven „E.T.“ Spielberg und Peter „Herr der Ringe“ Jackson taten sich zusammen um im „Motion Capture“ Verfahren Tim und Struppi zu realisieren. Peter Jackson hatte ja damit schon reichlich Erfahrung. Sein „Golum“ und „King Kong“ sind auf die Selbe Art und Weise entstanden. Und Tricktechnisch lässt sich Tim und Struppi auch nichts vorwerfen.
Stellenweise so nahe an der Realität das man sich fragt warum die beiden Herren einen Trickfilm gedreht haben. Jede Pore, jedes Haar, Staubpartikel in der Luft. Ein enormer Detailreichtum. Oder auch eine totale Reizüberflutung.
Alles in Allem ein echter Spielberg. Er hat einen richtigen Abenteuerfilm gedreht. Etliche Cliffhanger und ein Ideenreichtum der für ein halbes Dutzend Indiana Jones reichen würde. Jedoch ist es immer noch ein Comic. Stellenweise sehr übertrieben mit Slapstickeinlagen die an die Stummfilmzeit erinnern. Auch mit an Bord Spielbergs Haus und Hof Komponist John Williams.
Von den Tim und Struppi Alben hatte ich bestimmt schon einmal eins in der Hand, habe aber keinen wirklichen Zugang gefunden. Trotzdem hat mich die Verfilmung fasziniert.
Und ich wollte den Film echt mögen.
Aber der Film hat keine Seele. Egal wie gefährlich die Missionen sind, egal wie brenzlig die Situationen in denen unsere Helden geraten, es ist dir, genau, egal!
Ein schlechter Film ist es trotzdem nicht. Es ist alles drin was einen richtigen Abenteuerfilm ausmacht. Und ich denke man muss ihn vielleicht auch mal gesehen haben.
Aber, und das tut mir jetzt echt leid, der Film ist stink- langweilig! Dreimal geguckt, zweimal eingeschlafen. Eine Empfehlung ist hier einzig die 3D Blu-ray. Aber spannender wird es dadurch auch nicht.
Dann vielleicht doch lieber den Comic.
Macht zusammen: 3 für die sagenhafte Optik, und zwei aus Mitleid. 5/10
Die Abenteuer von Tim und Stuppi, Das Geheimnis der Einhorn
Regie: Steven Spielberg
Besser geht`s nicht
Die Paraderolle für Jack Nicholson. Besser geht’s nicht. Und das kann man von diesem Film auch behaupten. 1997 von James L. Brooks inszeniert. Beste Darsteller, beste Dialoge. Und, zu Recht, je einen Oscar für die Hauptdarsteller. Und drei Golden Globe`s. Also, mach dich auf was gefasst!

Melvin Udall ist erfolgreicher Schriftsteller. Und er leidet unter einer Zwangsneurose. Er tritt nicht auf Gehwegfugen, lässt sich nicht berühren, nimmt beim Händewaschen immer ein neues Stück Seife, trägt immer Handschuhe, und er ist ein Arschloch. Da schmeißt er schon mal den Hund seines Nachbarn in den Müllschlucker oder Juden aus seinem Stammlokal.
Der einzige Mensch der Melvin gewachsen ist, ist die resolute Kellnerin Caroll.
Als diese wegen ihres asthmakranken Sohnes Spencer nicht zur Arbeit kommen kann, bleibt ihm nur die Wahl Spencer einen Arzt zu schicken und die Rechnung dafür zu übernehmen. Doch Caroll möchte Melvin nicht in ihr Leben lassen.
Für Melvin kommt es noch schlimmer als sein schwuler Nachbar Simon krankenhausreif geschlagen wird und er auf dessen Hund Verdell aufpassen soll. Nun sitzt er da. Ohne Kellnerin und mit einen Köter in seiner sterilen Wohnung.
Als Simon völlig vernarbt und pleite aus dem Krankenhaus entlassen wird soll Melvin ihn auch noch nach Baltimore begleiten. Damit der schwule Simon ihm nicht zu nahe kommt, bittet er Caroll die Beiden doch als Anstandsdame zu begleiten. Aus Dankbarkeit über die Genesung ihres Sohnes, willigt sie ein. So machen sich Caroll die Kellnerin, Simon die Tunte und Melvin auf den Weg.
Aus Melvin scheint ein besserer Mensch zu werden. Doch auf ihn ist Verlass. Er vermasselt alles.
Trailer:
Eine Zwangsneurose durch einen Hund und durch liebenswerte Mitmenschen zu heilen ist sicher nicht möglich. Aber darum geht`s hier auch nicht. Es sind die unterschiedlichen Charaktere und Gefühlsausbrüche die hier aufeinander treffen. Jeder Charakter bis aufs Detail ausgefeilt.
Jack Nicholson als das Arschloch Melvin. Hellen Hunt als Caroll die Kellnerin, die in einigen Szenen nicht bemüht ist gut auszusehen. Greg Kinnear, als schwuler Simon und vom Schicksal gebeutelt. Und Cuba Gooding jr. als Kunsthändler Frank und schwuler Freund von Simon. Und natürlich der erstklassig trainierte Köter Verdell. Alle harmonieren wunderbar miteinander. Und egal wer sich da nun einen verbalen Schlagabtausch leistet, „Besser geht`s nicht“ macht einfach Spaß. Von Anfang bis Ende schauspielerische Höchstleistungen. Gestochen scharfe und durchdachte Dialoge.
Hier ein kleiner Vorgeschmack. Zurücklehnen und genießen!
Immer wieder wartest du nur darauf das Melvin seinen Mund aufmacht, um jemanden zu beleidigen. Einfach köstlich! Doch nie ist Melvin unsympathisch.
Trotz aller Gemeinheiten macht er Caroll das schönste Kompliment ihres Lebens. Und du denkst wieder: Besser geht’s nicht!
„always look on the bright side of life“
Macht zusammen: 8,5 pinkelnde Köter. 8,5/10
Besser geht`s nicht (1997)
Regie: James L. Brooks
Keinohrhasen
Man kann ja Till Schweiger vorwerfen was man will. Tatsache ist, dass er es bestens versteht zu unterhalten. Keinohrhasen entstand 2007 und ist immer noch einer der erfolgreichsten deutschen Filme überhaupt. Und mit einen Aufgebot an bekannten, deutschen Stars in mehr oder weniger tragenden Nebenrollen. Welcher jeder für sich schon mehr als einen Film getragen hat.
Da weiß man gar nicht wo man anfangen soll: Matthias Schweighöfer, Barbara Rudnik, Jürgen Vogel, Rick Kavanian, Christian Tramitz, Wolfgang Stumph, Armin Rohde und wen es sonst noch so gibt.
Und wer Nora Tschirner nackt sehen möchte, Bitteschön!
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Der Boulevardreporter Ludo Decker ist täglich mit seinem Freund und Fotografen Moritz in Berlin unterwegs. Immer auf der Suche nach den neuesten Sensations- Berichten.
Für die Tratschzeitung „Das Blatt“ will er über die bevorstehende Heirat von Wladimir Klitschko und Yvonne Catterfeld berichten. Dabei kracht er durch eine Glaskuppel in die feine Gesellschaft und direkt mit nacktem Arsch auf die Festtagstorte.
Um einer achtmonatigen Gefängnisstrafe zu entkommen leistet er zur Bewährung 300 Sozialstunden in einem Kinderhort. Dort trifft er auf Anna Gotzlowski. Eine Schulfreundin aus Kindertagen.
Sehr zur Freude von Anna. Denn sie hat noch eine Rechnung offen mit Ludo. Nur blöd dass ihr die Liebe dazwischen kommt.
Deutsche Filme. Ich mag sie nicht. Alle Darsteller nur Auswendiglerner, Textaufsager und Stichwortgeber. Für einen deutschen Film würde ich nie ins Kino gehe. Vielleicht bilde ich mir das ein, aber so wie in deutschen Filmen spricht doch kein Mensch. Und auch Till Schweiger spielt wie er immer spielt. In jeden seiner Filme spielt er Till Schweiger. So auch in der Liebeskomödie Keinohrhasen.
Aber es spielt keine Rolle. Herr Schweiger ist Publikumsmagnet. Und, Keinohrhasen ist ein richtig guter Film. So, jetzt ist es raus!
Der Film ist enorm Unterhaltsam. Total Witzig, spitzen Timing, klasse Situationskomik, Pointenreich, und, man mag es kaum glauben, geschliffene, ausgeklügelte und intelligente Dialoge.
Hier ein kleiner Einlick und eine wichtige Lektion.
Dazu ein traumhafter Soundtrack mit wohl überlegten Songs. Bekannte und weniger Bekannte. Emotional ergreifend und romantisch durch die geschickt eingefügte Video- Clip- Ästhetik.
Da wird vielleicht ein bisschen zu oft auf die Tränendrüse gedrückt oder der Mittelfinger gezeigt. Und manchmal ist Keinohrhasen ein bisschen zu sexuell und derb. Nichts für Sechsjährige.
Egal. Kommen wir zum eigentlichen Star. Nora Tschirner! Kaum zu glauben das diese MTV Göre eine so gute Schauspielerin ist. Sie spielt das Ballabrattchen Anna Gotzlowski, und alle anderen Darsteller an die Wand. Keine spielt so überzeugend verlegen, und keine kann so schön und herzzerreißend in die Kamera heulen. Da kommt noch nicht mal eine Julia Roberts mit.
Und das alles in einem deutschen Film.
Macht zusammen: 8 Stinkefinger. 8/10
Keinohrhasen (2007)
Regie: Till Schweiger
Die Maske
Peter Bogdanovich drehte das US- Amerikanische Filmdrama „Die Maske“ 1985. Die wahre Geschichte um einen Gesichtsdeformierten Jungen gewann 1986 den Oscar für das beste Make-up. Cher und Eric Stoltz wurden im gleichen Jahr für den Golden Globe Award nominiert.

Rusty Dennis ist allein erziehende Mutter und lebt mit ihrem Sohn Rocky in einem kleinen Haus. Rocky leidet unter der seltenen Krankheit Leonitis. Seine Gesichtsknochen wachsen unkontrolliert und deformieren seinen ganzen Kopf. Rusty hat Drogenprobleme ist aber eine gute Mutter. Sie nimmt keine Rücksicht auf Rockys aussehen und verlangt von ihm alles was sie auch von einem gesunden Jungen verlangen würde.
Zur Familie gehört eine Mehrköpfige Rocker- Gang um seinen väterlichen Freund Gar. Diese akzeptieren und tolerieren Rocky wie jeden Anderen in der Gang.
Rocky kann sich eigentlich nicht beklagen. Er ist überdurchschnittlich Intelligent, ist beliebt und hat eine Menge Freunde.
Wenn da nicht die Sache mit den Mädchen währ. Bis er die blinde Diana kennen lernt.
Ein kleiner Vorort. Ein kleines Haus. Aus einem geöffneten Fenster dringt Musik auf die Straße. Hinter dem Fenster ein Teenager. Du siehst in ein befremdliches Gesicht.
Rocky Dennis. Gespielt von Eric Stoltz. Er war nicht erste Wahl. Seine Augen sitzen zu dicht beieinander. Eine schwere Aufgabe für das Make-up Team.
Cher braucht kein Make- up. Sie ist auch der heimliche Star des Films. Hingebungsvoll spielt sie Rockys Mutter Rusty. Hin und her gerissen zwischen Drogen, Party und Verantwortung. Die Maske schafft das scheinbar Unmögliche. Es dauert keine fünf Minuten und du siehst kein entstelltes Gesicht mehr, sonder einen ganz normalen Teenager mit ganz normalen Problemen.
Unsentimental aber einfühlsam erzählt, ruhige Einstellungen, sympathische Charaktere. Allen voran Sam Elliott als Rustys Freund Gar. Mit welcher Selbstverständlichkeit er sich um Rocky kümmert ist schon rührend.
In Die Maske gibt es keine wirkliche Story. Es ist die Geschichte eines ganz normalen Teenagers mit normalen Leben und Träumen. Alles unterlegt mit einen super Soundtrack von Country bis Blues.
Rocky Dennis starb am 4. Oktober 1978. Er wurde 16 Jahre alt.
Macht zusammen: 7,5 einfühlsame Punkte. 7,5/10
Die Maske (1986)
Regie: Peter Bogdanovich
Zeit der Wölfe
Rotkäppchen und der Werwolf.
Das etwas andere Märchen. Neil Jordan (Die Fremde in Dir) inszenierte diesen englischen Fantasiefilm 1984. Zeit der Wölfe basiert auf der Märchensammlung „Blaubarts Zimmer“ der britischen Autorin Angela Carter. Märchen für Erwachsene. Und was du zu sehen bekommst ist auch nichts für Kinder.
„Intelligent, souverän, faszinierend.“ (cinema)

John Carter – Zwischen zwei Welten
Avatar, Star Wars, Superman, ein bisschen Kampf um Rom. Das ist John Carter- Zwischen zwei Welten. Wer hat da nur von wem abgeguckt?
Tatsache ist, das alle Edgar Rice Burroughs Science Fiction Reihe „John Carter vom Mars“ als Inspirationsquelle nutzten. Jedoch haben sich meine Befürchtungen bewahrheitet. Es ist nicht der große Reinfall, aber der große Knaller ist es auch nicht.

Benny und Joon
Wer diesen Film verpasst ist selber Schuld. Ein echter Geheimtipp. Durch diesen Film ist der Song „I`m Gonna Be (500 Miles)“ bekannt geworden und verhalf den Proclaimers zum internationalen Durchbruch. Mit Mary Stuart Masterson und Johnny Depp in der Hauptrolle. Kaum zu glauben das dieser naive Bengel einmal Captain Jack Sparrow sein wird.

Taxi Driver
Sagt man Martin Scorsese, meint man Taxi Driver! Kaum ein Film wird so mit seinem Regisseur in Verbindung gebracht. Für die damals 13jährige Jodie Foster war der Film ihr Durchbruch.
Und der Monolog von Robert DeNiro, bewaffnet vorm Spiegel, ist legendär. Nicht umsonst gewann der Film die goldene Palme und wurde in vier Kategorien für den Academy Award nominiert. Nur hätte er davon auch einen bekommen müssen.
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